Das aus EU-Geldern (AMIF) geförderte Projekt hat in dieser Zeit über 150 Menschen beraten. Die Zahl der bereits erfolgreich abgeschlossenen Verfahren fällt dagegen sehr klein aus. Von den 150 Familien kam es in den zwei Jahren zu zehn Nachzügen mit im Schnitt 2-3 Angehörigen, die nach Deutschland geholt werden konnten. Dies liegt oft auch an den langen Warte- und Bearbeitungszeiten der zuständigen Ämter und Behörden.
Die Beratung klärt die Voraussetzungen für einen Familiennachzug, wie beispielsweise aufenthaltsrechtliche Fragen, die Sicherung des Lebensunterhalts oder erforderliche Sprachkenntnisse. Sie unterstützt bei den einzelnen Schritten des Prozesses und in der Kommunikation mit Auslandsvertretungen und inländischen Behörden. Darüber hinaus geht es um Themen wie Wohnen, Arbeit und Gesundheit. Und es geht darum, wie die Familien mit dieser jahrelangen Situation der Trennung umgehen können.
Die Zeit des Wartens ist für viele Betroffene geprägt von Ungewissheit und Angst um die Sicherheit der zurückgelassenen Familienangehörigen sowie die Sorge, dass familiäre Beziehungen unter der langen Trennung leiden könnten. Das kann sich dämpfend auf eine erfolgreiche Integration auswirken. Neben Verzweiflung und Ohnmacht zeigt sich aber immer wieder auch Mut, Ausdauer und eine bemerkenswerte Standhaftigkeit. Viele Ratsuchende kämpfen über Jahre für das Wiederzusammenleben mit ihren Familien und geben die Hoffnung trotz Niederschlägen nicht auf. Die familiären Bindungen geben oftmals selbst über große Entfernungen und lange Trennungszeiten hinweg Menschen die Kraft, weiterzugehen.
Die Beratungsstelle wendet sich jedoch nicht nur an Geflüchtete, sondern ausdrücklich auch an ausländische Fachkräfte, die ihre Familie nachholen wollen. Zusätzlich bietet sie aufsuchende Beratung für neu im Rahmen des Familiennachzugs eingereiste Familien und unterstützt sie bei den ersten Schritten in ihrem neuen Lebensumfeld umfänglich.
Informationen zur Beratung Familiennachzug gibt es unter www.evangelische-familienbildung.de.