Neuer Pfarrer für die Johannesgemeinde in Hofheim

veröffentlicht 09.03.2026, Dekanat Kronberg

Am Sonntag, 22. März 2026, um 14 Uhr wird Pfarrer Jannis Kaiser in der Johanneskirche durch Propst Stephan Arras ordiniert und in seinen Dienst für die Johannesgemeinde Hofheim eingeführt. Für den Nachbarschaftsraum Hofheim-Kriftel-Bremthal ist er somit nach Pfarrerin Melanie Khalil (Kriftel) der nächste Neuzugang.

Der 33-Jährige hat in Marburg und Mainz Theologie studiert und sein Vikariat in Wiesbaden absolviert (Marktkirche und Bergkirche). Danach schloss sich ein Spezialvikariat beim CVJM-Westbund e.V. (Christlicher Verein Junger Menschen) an. Mit seiner Frau und der kleinen Tochter ist er bereits kurz vor seinem Dienstantritt am 1. März in das Hofheimer Pfarrhaus eingezogen. Religiös geprägt hat ihn während seiner Jugend der CVJM (Christlicher Verein Junger Menschen) in Darmstadt-Eberstadt. Der Schwerpunkt Jugendarbeit zieht sich wie ein roter Faden durch seine Vita. Nach der Schule knüpfte er bereits erste Kontakte im Evangelischen Dekanat Kronberg durch ein Freiwilliges Soziales Jahr im Bereich Kinder- und Jugendarbeit der Andreasgemeinde Niederhöchstadt. Neben dem Studium arbeitete er dann mit einer halben Stelle im Gemeindepädagogischen Dienst in einer Mainzer Kirchengemeinde. „Diese Mischung aus Studium und Praxis fand ich richtig gut. Die Konfis hatten zum Beispiel richtig spannende Fragen zum Thema Abendmahl. Und bei so manchen war ich überfragt und bin direkt motiviert ins nächste Seminar gegangen, um denen auf den Grund zu gehen. Die Praxis hat mir auch immer wieder die Lebensrelevanz vom Theologiestudium aufgezeigt.“, erzählt Kaiser. 

Seine Entscheidung für das Theologiestudium und den Pfarrberuf entstand durch verschiedene Begegnungen und Erlebnisse. „Während einem Auslandsjahr in der 11. Klasse in den USA habe ich einen tollen jungen Pfarrer erlebt, der uns viel zugetraut hat und eine große Begeisterung für den Glauben hatte. Das fand ich sehr inspirierend und das anschließende FSJ genauso. Danach haben sich irgendwie Türen aufgemacht. Über einen Kontakt der Andreasgemeinde wurde mir in Zeiten von Wohnungsmangel ein Zimmer in Marburg angeboten. Also habe ich mir ein Herz gefasst und einen Schritt nach dem anderen gemacht.“ Das habe er bis heute nicht bereut. „Ich empfinde es als unglaubliches Privileg, dass ich in meinem Beruf Gott an ganz unterschiedlichen Orten entdecken kann und in Gesprächen mit den Menschen sein Wirken erlebe“, so Kaiser. 

„Im Spezialvikariat beim CVJM-Westbund lag der Fokus dann in der Arbeit mit jungen Erwachsenen. Verbunden mit der Idee, dort gelungene Arbeit mit zu erleben und zu schauen, wie wir das für die Kirche fruchtbar machen können“, berichtet Kaiser weiter. „Mein Wunsch ist es, dass Kirche mehr Angebote für junge Erwachsene macht, damit sie sich bei uns zu Hause fühlen“, ergänzt er. Daher habe man schnell gemerkt, dass es zwischen ihm und den Engagierten in der Johannesgemeinde gut passe – zumal der CVJM auch dort sehr aktiv eingebunden sei. „Mein Fokus ist die Förderung junger Menschen. Ermöglicher sein. Schauen, was sie brauchen, um zu wachsen und im Glauben Tiefgang zu erleben“, erklärt Kaiser. Erst einmal wolle Kaiser aber in der Kirchengemeinde ankommen, mitwirken, erleben und beobachten. Schauen, wo Unterstützung benötigt werde und wo er sich einbringen könne. „Es ist sehr beeindruckend, wie viele Ehrenamtliche sich hier zusammen mit den Hauptamtlichen engagieren. Und wie viel in der Vakanzzeit weiter ging“, betont er. „Besonders freue ich mich auf die Vielseitigkeit – von Gottesdiensten im Seniorenwohnheim, über Frühstücksgottesdienste und Arbeit mit Konfirmanden bis hin zur Religionspädagogischen Arbeit in Schule und in KiTa. Und auf die Arbeit im Team mit Ehren- und Hauptamtlichen“, ergänzt er.

In seiner Freizeit ist er ein begeisterter Radsportler und fährt gerne beim Radrennen Eschborn-Frankfurt mit. Seine zweite Leidenschaft ist das Gaming. Im Ehrenamt hat er die erste christliche E-Sport-Liga (CEL) mitgegründet. „Wir ermöglichen jungen Erwachsenen Gemeinschaftserlebnisse in Teams. Sich messen, aber trotzdem fair bleiben, Niederlagen positiv erleben, weil man von den anderen aufgefangen wird. Das ist für manche ein ganz neues Erlebnis. Wir bauen kurze Impulse und Andachten mit ein. Bei den Teilnehmenden löst es viel Begeisterung aus, dass ihre Leidenschaft im CVJM und auch bei Kirche vorkommen kann. Dieses Angebot war auch Teil meines Spezialvikariats. Vielleicht kann ich davon auch etwas in der Johannesgemeinde einbringen“, berichtet Kaiser. Aber erst einmal sei es wichtig, mit der Kirche raus zu gehen, Kontakte aufzubauen und sich dann mit den Menschen über den Glauben und die Fragen des Lebens auszutauschen.