Der 33-Jährige hat in Marburg und Mainz Theologie studiert und sein Vikariat in Wiesbaden absolviert (Marktkirche und Bergkirche). Danach schloss sich ein Spezialvikariat beim CVJM-Westbund e.V. (Christlicher Verein Junger Menschen) an. Mit seiner Frau und der kleinen Tochter ist er bereits kurz vor seinem Dienstantritt am 1. März in das Hofheimer Pfarrhaus eingezogen.
Zu seinem Ordinationsvers (Jeremia 17, 7-7) erörterte Propst Stephan Arras: „Das ist ein schönes Bild. Dass gesegnet ist, wer auf Gott vertraut. Wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und seine Wurzeln bis zum Bach streckt. So schön und ruhig fühlt sich das Leben oft nicht an. Denn wir leben in einer Zeit, die deutlich unruhig geworden ist. Auch an das Pfarramt sind Erwartungen geknüpft, zum Beispiel dass man Antworten hat. Gleichzeitig sind da unsere Strukturveränderungen. Da ist es nicht einfach, die Nerven zu bewahren. Aber gesegnet ist, wer Vertrauen hat. Und nicht, wer alles im Griff hat. Die Wurzeln des Baumes reichen tiefer als das, was ihn anficht. Dorthin wo das Wasser, der Glaube an Gott, ist. Ich wünsche Ihnen, dass Sie Freude an Ihrem Beruf haben und Ihre Wurzeln immer wieder ausstrecken zu Gottes Geistkraft.“
Den Predigttext: „Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die Zukünftige suche wir“ (Hebräer 13,14) verglich Pfarrer Jannis Kaiser bei seiner Ordinationspredigt mit einer Wanderung. Gut vorbereitet habe er sich mit einer Gruppe auf den Weg gemacht, um die zukünftige Stadt zu suchen. „Aus Reflex haben wir daraus ein Wettrennen gemacht. So wie in unserem Alltag. Da spüre ich auch oft einen Druck, Andere zu übertreffen und gut dazustehen“, erklärte er. Wichtig sei es, aus der gewohnten Stadt hinauszugehen, einen anderen Blickwinkel zu gewinnen. Aus der Logik der Stadt, aus der Logik der Zwänge auszubrechen. „Es kann sein, dass ich mich auf meiner Stelle voll eingesetzt habe, dafür gewertschätzt wurde. Doch es vergeht und nur wenige Spuren bleiben. Das tut auch weh. Doch erst, wenn ich die Stadt hinter mir lasse, wird mir klar, dass das gerade gar nicht wichtig ist. Denn Gott kümmert sich um uns“, betonte Kaiser. „In der alten Stadt haben Sorgen mein Leben bestimmt, außerhalb ihrer Grenzen kann ich endlich nach vorne schauen. Ich fühle mich frei. Jemand hat den Weg vor uns vorbereitet. Gott ist da. Er hält meinen schweren Rucksack, lädt mich ein, ihm zu folgen“, erzählte er weiter. „Gott baut seine Stadt für uns, wir müssen es nicht selbst tun. Er hat schon gewirkt, auch hier in Hofheim. Die Hoffnung auf seine Stadt, sein Reich gibt mir Kraft“, ergänzte er.