Bundesfreiwilligendienst bei der Tafel

Laura Guckes war im Rahmen ihres Bundesfreiwilligendienstes bis Ende Februar bei der Evangelischen Familienbildung Main-Taunus beschäftigt. Eingesetzt wurde sie bei der Tafel in Schwalbach und im Café „Vis-à-Vis“ des Mehrgenerationenhauses Eschborn.

Nach ihrem Abitur an der Heinrich-Böll-Schule in Hattersheim im Sommer letzten Jahres wollte sie nicht direkt mit einer Ausbildung oder einem Studium beginnen und entschied sich daher für ein halbes Jahr Bundesfreiwilligendienst im sozialen Bereich. „Ich wollte etwas tun und dabei Menschen helfen. Dann habe ich die Stellenanzeige der Familienbildung im Internet gesehen und mich beworben.“ Inzwischen sind die sechs Monate voller neuer Eindrücke und Erfahrungen vorbei, und Laura Guckes zieht eine sehr positive Bilanz ihrer Tätigkeit: „Bevor ich im September dort angefangen habe, wusste ich nicht viel über das Konzept der Tafel und was alles dazugehört. Ich komme aus einem behüteten Elternhaus, wo es immer alles gab, was ich brauchte. Daher war ich am Anfang überrascht, wie viele Menschen es gibt, die sich in Notlagen befinden. Und erst einmal hatte ich auch Berührungsängste. Aber das gibt sich mit der Zeit. Man lernt, mit den verschiedenen Menschen umzugehen.“

Eine Umstellung war für die 18jährige auch der Vollzeit-Einsatz, der durchaus auch mit körperlicher Arbeit verbunden war. „Ich war 39 Stunden pro Woche in verschiedenen Bereichen tätig. Montags im Büro der Familienbildung in Bad Soden, dienstags als Beifahrerin bei der Tour der Tafelbusse zum Einsammeln der Lebensmittel aus den Supermärkten, mittwochs im Café Vis-à-Vis in Eschborn im Service oder in der Küche. Donnerstags dann wieder im Tafelladen in Schwalbach beim Sortieren der Lebensmittel und der Ausgabe, freitags als Beifahrerin bei der Lebensmittel-Tour und samstags nochmal bei der Ausgabe.“

Laura Guckes mit Zita Apel an der Brotausgabe

Laura Guckes mit Zita Apel an der Brotausgabe

Diese ereignisreiche Zeit möchte Laura Guckes nicht mehr missen. Sie hat nicht nur viel an Lebenserfahrung gewonnen, sondern auch Einblicke in die soziale Realität gewonnen. Daraus nimmt sie für sich einiges mit: „Ich bin froh erkannt zu haben, dass Dinge nicht selbstverständlich sind. Zum Beispiel, dass meine Eltern immer den Kühlschrank gefüllt haben. Ich bin jetzt dankbarer dafür. Außerdem habe ich durch den Umgang mit den Tafelkunden und den vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern gelernt, auf Menschen zuzugehen und mit ihnen zu kommunizieren. Man trifft auf viele verschiedene Charaktere und muss immer versuchen, höflich zu bleiben – sowohl im Tafelladen als auch im Café.“ Gerade den G8 Abiturienten, die nicht sofort wissen, welchen Beruf sie ergreifen sollen, kann sie daher den Bundesfreiwilligendienst nur empfehlen. „Letztes Jahr wusste ich noch nicht, was ich beruflich machen will – inzwischen weiß ich durch meinen Einsatz als ‚Bufdi‘, dass ich etwas mit Menschen machen will. Im August beginne ich mit einer Ausbildung zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzen bei einer Versicherung in Bad Homburg.“