Termine

 

Ökumenischer Stadtkirchentag Hattersheim

 

 

 

 

 

   

 

Sehnsucht nach der kirchlichen Einheit

Die Sehnsucht nach kirchlicher Gemeinsamkeit war mit Händen zu greifen. Vier Tage lang sind evangelische und katholische Christen in Hattersheim zu ihrem zweiten Stadtkirchentag zusammen gekommen. Unter dem Motto „Gemeinsam statt einsam“ haben die drei evangelischen und drei katholischen Gemeinden Gottesdienste gefeiert, gemeinsam beim Babenhäuser Pfarrerkabarett gelacht und eine Familien-Radtour unternommen. Es gab Morgengebete und Frauenfrühstück, eine Theateraufführung und gemeinsames Mittagessen. Für die Jugend rockten die Bands Crushead und Deuce und es hatte den Anschein, dass sich alle in einer Frage einig sind, nämlich auf den richtigen Weg zu sein.

Von starker Unterhaltung bis zu starken theologischen Themen war alles vertreten. Gleich am ersten Abend lautete das Motto auf dem ökumenischen Podium "Gemeinsam am Tisch unseres Herrn". Werner Löser von der katholischen Hochschule St. Georgen und Walter Fleischmann-Bisten vom Konfessionskundlichen in Bensheim haben „nichts glattgebügelt“, wie die Hattersheimer Pfarrerin Esther Kutscher-Döring sagt. Neben dem ökumenischen Willen vor Ort, der über vieles hinwegsehen könne, brauche es auch die theologische Klärung auf den Leitungsebenen. Das sei manchen erst an diesem Abend klar geworden und mancher sei bedrückt nach Hause gegangen. Sie selbst plädierte für eine Ökumene der Verschiedenheit, so wie der „Leib Christi aus verschiedenen Gliedern besteht“.

Beim Open-Air Abschlussgottesdienst sagte Hattersheims katholischer Pfarrer Franz Lomberg, die ökumenische Zusammenarbeit sei so gefestigt, dass man auch so schwierige Themen wie das gemeinsame Abendmahl habe angehen können. Lomberg zeichnete den Weg vom ersten Stadtkirchentag vor vier Jahren über die Gründung der Hattersheimer Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen bis zum zweiten Stadtkirchentag. Er bekannte sich zur Ökumene vor Ort und die bestehenden Möglichkeiten zu nutzen.

In ihrer Predigt sagte Christine Lohrum-Zahradnik, es sei ein wunderbares Zeichen, dass in diesen Tagen an jedem der verschiedenen Gemeindezentren eine katholische und eine evangelische Fahne wehe. „Wir sind schon ein Leib“ sagte die evangelische Pfarrerin aus dem Hattersheimer Stadtteil Okriftel. Viele Gräben seien zum Glück schon zugeschüttet worden. Offene Worte fand sie darüber, wie manchmal die eine Konfession auf die andere herabsehe „von der evangelischen Freiheit auf die katholische Enge“ oder umgekehrt „von der römischen Messe auf den vermeintlichen Mangel des evangelischen Abendmahls“. Bei der Diskussion um das gemeinsame Abendmahl habe man die „starke Sehnsucht mit Händen greifen können“. Diese halte wach und lasse uns nicht zur Ruhe kommen. Um in die Barriere ein Türchen zu machen brauch es noch viele Stadtkirchentage in Hattersheim.

Programm und Berichte zum Hattersheimer Stadtkirchentag zeigt die Internetseite www.gemeinsam-statt-einsam.com.