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Evangelische Synode stellt sich hinter Mediationsbeschluss

Die Synode des Evangelischen Dekanates Kronbergs hat die „strikte Beibehaltung des Mediationsbeschlusses“ um die Flughafenerweiterung aus dem Jahr 2000 gefordert und sich solidarisch mit den vom Fluglärm betroffenen Kommunen erklärt. Dieser Beschluss, den die 85 anwesenden Vertreter aus 30 evangelischen Kirchengemeinden in geheimer Abstimmung mit großer Mehrheit gefasst haben, wird in die Diskussion und die Beschlüsse der hessen-nassauischen Kirchensynode einfließen, die sich am 23. November um 12 Uhr im Frankfurter Dominikanerkloster mit diesem Thema befasst. Der Ausgang dieser Diskussion wird Einfluss auf den Planfeststellungsbeschluss haben, der in der Woche vor Weihnachten ergehen soll.

Zuvor hatte der Wiesbadener Propst, Pfarrer Sigurd Rink, die Rolle der Kirchen im Mediationsverfahren um die Flughafenerweiterung vor dem regionalen Kirchenparlament in Eschborn erläutert. Rink, der ständig im Projektteam „Nachtflugverbot“ mitgearbeitet hat, erklärte, die Kirche habe immer sehr streng darauf geachtet das Mediationspaket „zu hüten“.  Doch bei der nächsten Kirchensynode werde es sich zeigen, ob die Kirche bei ihrer strengen Haltung bleibe. Im Jahr 2000 hätten alle das Mediationspaket mit dem Verzicht aller planmäßigen Flüge in der Nacht von 23 bis 5 Uhr unterschrieben. Doch jetzt sei strittig, was man unter Nachtflugverbot verstehe, ob es absolut sei oder ob verderbliche Güter transportiert werden dürften oder betriebswirtschaftliche Gründe bis zu 88 Flüge pro Nacht möglich wären.  Eins der praktischen Probleme seien die Cargoflüge, die tagsüber angekommene Fracht in der Nacht weiter transportieren sollen.

Eine ganze Reihe von Gemeinden bis in den Main-Taunus-Kreis hinein würden durch den Bau der Nordwestbahn in Mitleidenschaft gezogen. So würde die Überflughöhe in Weilbach dann nur noch 117 Meter betragen, „so viel wie ein großer Kirchturm“. Weil zukünftig mehrere Flugzeuge gleichzeitig starten und landen könnten, seien dann tagsüber in den Spitzenzeiten bis zu 50 Prozent mehr Starts und Landungen möglich. In der lebhaften Diskussion beschrieben einige Teilnehmer die jetzt schon schwer erträgliche derzeitige Lärmbelastung tagsüber. Pfarrerin Katharina Stoodt-Neuschäfer aus Königstein stellte fest, dass man bis an den Taunusrand die Flugzeuge höre. Es gehe noch um mehr als die Störungen am Tag und die Schlafstörungen und die Nachtruhe, sondern um die „Solidarität unserer Kirchengemeinden“ und  „ganz eminent um Glaubwürdigkeit“. Die Kirche müsse auf der Glaubwürdigkeit bestehen.