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Männerberatung Kontakt: Michael Calmano |
„Gewalt fängt da an, wo es gegen den Willen des anderen geht“ von Ralph Delhees In den meisten Fällen geht es um häusliche Gewalt und sie kommt in allen gesellschaftlichen Schichten vor, so Michael Calmano, der dieser Tage in Hofheim über seine Erfahrungen im ersten Jahr als Männerberater beim Diakonischen Werk Bilanz zog. Calmano weiß von was er spricht, so suchten bei ihm, vorwiegend Männer aus der Mittel- und Oberschicht zwischen 16 und 70, vorwiegend aber zwischen 30 und 45, Jahren Hilfe gegen ihre Gewaltbereitschaft. 40 Männer betreute der Männerberater bisher, der am 1. Mai 2007 in der Wilhelmstraße 19 in Hofheim seine Arbeit mit 20 Wochenstunden aufgenommen hatte. Unter den Männern, die lernen möchten wie man mit der Gewalt die von einem Ausgehen kann, befinden sich Arbeiter, Angestellte, Ärzte und auch Anwälte. Schwierig ist es, so Michael Calmano, an die ausländischen Mitbürger heranzukommen, dies zeigt sich auch in der Statistik. Hatten doch nur cirka acht der 40 beratungssuchenden Männer einen Migrationshintergrund. Auffallend sei, dass die meisten Männer selbst kommen, beziehungsweise auf Druck der Partnerin. Bei vielen handelt es sich um einen Stau der kurz vor der Explosion steht, der aber nicht zur Eskalation führen soll und so den Weg zur Beratung führt. Etwa fünf der Klienten kamen über andere Beratungsstellen und Institutionen, wie über den Pro-aktiven Einsatz der Polizei. Dies geschieht, so der Jugendkoordinator der Polizei im Main-Taunus-Kreis Uwe Thöne, wenn häusliche Gewalt vorliegt. Wir die Polizei zu einer Auseinandersetzung gerufen, dann wird mit Zustimmung des Mannes ein Fragebogen ausgefüllt, der an die Männerberatung weitergeleitet wird und von hier aus wird der Kontakt zu den Männern aufgenommen. Es sei meist sehr schwierig an die Streitbaren Partner heranzukommen, da Nachbarn nicht gerne aussagen möchten, wie es Corina Lerch von der Polizeidirektion Main-Taunus betonte. Meist gehen die Frauen wieder zurück in die häusliche Gemeinschaft, sie nehmen die Strafanzeige bei der Polizei zurück und es habe sich nichts an der Situation geändert. Deshalb sei die Männerberatung zur Prävention sehr wichtig um beratend tätig zu sein und mit den gewaltbereiten bzw. bereits gewalttätig gewordenen Männern gemeinsam Lösungen zu finden. Von den 40 Männern, so Michael Calmano waren 15 einmal in der Beratung, sieben zweimal und die anderen bis zu 15-mal. Sehr gering ist der Anteil derer, die die Beratung nach zwei bis vier Stunden abbrechen. Die Beratungsstunden, bei denen auch die Partnerinnen von Zeit zu Zeit miteinbezogen werden, dauern etwa 90 Minuten. Sehr viel haben die Gespräche bisher bei den Klienten bewirkt, so Calmano. Die Leiterin des Diakonischen Werkes, Solveig Burczik, betonte, dass mit sehr gutem Erfolg das erste Jahr absolviert wurde. Denn das Projekt „Männerberatung“ ist auf zwei Jahre ausgelegt und wird vom Hessischen Sozialministerium mit insgesamt 20 400 Euro bezuschusst. Das Diakonische Werk trägt die finanzielle Hauptlast mit rund 26 000 Euro für Sach- und Personalkosten pro Jahr. Unterstützt wird das Projekt vom Main-Taunus-Kreis, so einmal besonders von der Gleichstellungsbeauftragten des Kreises, Ingrid Breckenheimer, die mit der Gleichstellungsberatungsstelle, mit Rat und Tat Unterstützung gibt und Landrat Berthold Gall steht hinter dem Projekt und werde sich, wie er betonte, auch weiterhin für das Projekt und die Fortführung beim Land Hessen stark machen. Denn die Männerberatungsstelle, so der Landrat, sei eine der wenigen, die es in der Bundesrepublik gäbe und damit habe sie auch Modellcharakter. Ingrid Breckenheimer gab einen Einblick in die Zusammenarbeit, so tausche man sich im Arbeitskreis Häusliche Gewalt ständig aus und arbeite hierbei eng mit den Familiengerichten zusammen. Im Main-Taunus-Kreis berichtete sie, seien im Jahre 2007 aufgrund häuslicher Auseinandersetzungen, hierzu zählt auch Partnergewalt – die nicht immer von Männern ausgehen muss - 229 Frauen im Frauenhaus aufgenommen worden, bundesweit liegt die Zahl bei 45 000. Durchschnittlich kommen monatlich auf die Gleichstellungsstelle des Kreises 55 Beratungsfälle zu. Vielfach kommen die Beratungen – wie auch bei der Männerberatung - über Telefon, Internet, durch die Partner bzw. Partnerin und persönlich zustande. Opferschutz und Prävention stehen an vorderster Stelle, deshalb wird von allen Beteiligten, die am Gespräch zum einjährigen Bestehen der Männerberatung im Main-Taunus-Kreis teilnahmen, die Bemühungen des Diakonischen Werkes und die Arbeit von Michael Calmano gelobt und als äußerst wichtig für die weitere Zukunft betrachtet. Zur Terminabsprache ist Michael Calmano unter der Telefonnummer 06192 2006489 zu erreichen oder per E-Mail michael.calmano@dwmt.de
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